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27.11.2017

Sport Archiv
Garantie für ein FC-Spiel
Stöger sitzt auch am Samstag gegen Schalke auf der Bank 

Köln -
Nach den Eindrücken des Sonntags schien es wie eine Sensation, dass sich die Welt am Montagmorgen noch drehte. Gerade einmal zehn Stunden nach der alles in allem apokalyptischen 0:2-Niederlage gegen Hertha BSC stand die Mannschaft des 1. FC Köln schon wieder auf dem Trainingsplatz, und dem Fußball-Fachmagazin „kicker“ war es sogar eine eilige Meldung wert, dass nichts passierte am ehemals so hektischen Geißbockheim: „Der 1. FC Köln hält an Trainer Stöger fest“, hieß es da. 
Und es war ja tatsächlich eine Nachricht, denn obwohl die Kölner am Montag noch standen, wo sie seit dem dritten Spieltag stehen, hatte die 
Krise durch die Pleite gegen Berlin noch einmal Fahrt aufgenommen.

Dem FC fehlen einige Punkte
Am 13. Spieltag hat sich der Abstand des Tabellen-Letzten zum Relegationsplatz dramatisch vergrößert: Neun Punkte sind die Kölner nun von der Chance entfernt, sich noch mit dem Dritten der Zweiten Liga um einen Platz im Oberhaus duellieren zu dürfen. „Für den Verein ist es schwieriger geworden. Aber meine persönliche Situation hat sich nicht verändert“, sagte Peter Stöger.

Aufgeben ist keine Option für Stöger
Ein Rücktritt kommt für ihn nach wie vor nicht in Frage, aus mehreren Gründen. Erstens käme das aus Stögers Sicht einer Aufgabe gleich, und aufgeben kann er nicht. Zudem fühlt er sich dem Verein verpflichtet. Für den Fall seines Rücktritts habe er die Sorge, dass anschließend „jemand von der Klubspitze kommt und sagt, er habe eine ganz andere Idee gehabt“, erklärte der Trainer.

Die Entscheidungsgewalt sitzt in der Klubspitze, und dort sieht Stöger sie gut aufgehoben. Und fühlt sich in der Verantwortung, aus der er sich nicht selbst entlassen kann.  Dennoch sieht Stöger die Dramatik, selbst wenn er die Fakten gelassen ausspricht. „Wenn du auf drei Punkte an den Relegationsplatz rankommen willst und nach dem Spieltag neun Punkte weg bist, ist das natürlich mehr als unzufriedenstellend“, sagte er.

Kapitän in Bedrängnis gebracht
Sein Kapitän hatte zuvor in einer womöglich historischen Ansprache die Verzweiflung der Mannschaft dokumentiert. „Irgendwann bist du vom Kopf her am Arsch. Die Situation zermürbt dich, die macht 
dich kaputt“, sagte Matthias Lehmann. Der 34-Jährige war schwer angeschlagen; womöglich an einem Wendepunkt.

In der Emotion wurde er mit den Aussagen des Sky-Experten Dietmar Hamann konfrontiert, der die Ablösung des Kölner Trainers als Notwendigkeit dargestellt hatte. „Was soll ich dazu sagen?“, fragte Lehmann in den bitteren Abend, und nach einer kurzen Pause fügte er an: „Es ist nicht meine Aufgabe, den Trainer zu köpfen. Das ist die Aufgabe der Leute oben. Oder vom Trainer selbst. 
In dem Geschäft haben viele eine Meinung. Dietmar Hamann war lange genug selbst dabei und sagt jetzt, dass es natürlich eine Möglichkeit wäre, noch einen Impuls zu setzen. Jeder weiß, 
wie gern die Mannschaft mit dem Trainer arbeitet. Aber das ist nicht unsere Entscheidung.“

Stöger reagiert auf Lehmanns Worte
Offenbar versuchte Lehmann in seiner  seltsamen Rhetorik, Dietmar Hamanns Gedanken nachzuerzählen. Dennoch irritierte er damit seinen Trainer. Der sagte: „Wenn man das Wort köpfen in dem Fall verwenden kann, dann ist es schön, dass Matze mich nicht köpfen will. Hätte mich auch überrascht.“   Vizepräsident Toni Schumacher sah ebenfalls Klärungsbedarf und bestellte den Kapitän am Montagmorgen ein. Auf die Frage, was besprochen worden sei, ließ Schumacher anschließend nur wissen: „Das war kein Gespräch. Ich habe ihm etwas gesagt.“
Die Situation am Sonntagabend, als die Kölner die letzte Partie des Spieltages zu bestreiten hatten und in der Gewissheit ins Stadion einliefen, dass alle Konkurrenten zuvor gepunktet hatten, 
sieht Stöger nicht ursächlich für die Nicht-Leistung seiner Spieler. „Wir haben uns darauf verständigt, nur auf uns zu gucken. Du darfst nicht ein halbes Jahr darauf hoffen, dass die Konkurrenz so spielt, dass der Rückstand nicht größer wird. Das muss man selbst korrigieren.“

Das Spiel am Samstag wird besonders wichtig
Angesichts des Abstandes und der Stimmung um die Mannschaft war eine Wende am Sonntag jedoch schwer vorstellbar. Wie die Kölner bis zum Gastspiel am Samstagabend auf Schalke wieder 
zu sich kommen wollen, ist offen. Doch darin sieht Stöger nur eine der üblichen Herausforderungen seiner Arbeit. „Aufrappeln ist ein entscheidender Bestandteil unseres Jobs. Sich nur aufrappeln zu können, wenn alles gut läuft, ist ziemlich einfach. Jetzt ist klar, dass wir uns bis zum Schluss jede Woche aufraffen müssen.“
Aufraffen bis zum Ende, das wohl ein bitteres sein wird. Was dann geschieht, ist offen – genauso offen wie die Frage, wer am 34. Spieltag Trainer der Kölner sein wird. Denn grundsätzlich bestünde ja  
dann die Möglichkeit, dass Stöger mit dem 1. FC Köln dahin zurück geht, wo er schon einmal war: in die Zweite Liga.
Der Trainer schließt das nicht aus. „Ich bin damals in der Zweiten Liga hergekommen, das war für mich eine große Aufgabe. Aber mit  mir hat darüber bislang niemand geredet“, sagte Stöger.

– Quelle: ksta. (dpa)
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