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29.11.2017

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Sammlerin aus Frechen 
Eine Wohnung voller Teddybären – neue Bleibe gesucht

Frechen
Was haben ein ehemaliger US-Präsident und eine Hausfrau aus Frechen gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, auf den zweiten schon. Marie-Louise Imiolczyk teilt mit Theodor Roosevelt, dem 26. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, ihre Leidenschaft für Teddybären. Theodor Roosevelt soll einst jedem Hochzeitsgast bei der Trauung seiner Tochter einen Teddybären aus der deutschen Steiff-Manufaktur auf die Hochzeitstafel gelegt haben. 
Er taufte sie auf die Abkürzung seines Vornamens: „Teddy“. Der Rest ist Geschichte. Die Teddybären traten ihren Siegeszug um die ganze Welt an, trösteten fortan nicht nur Kinder, sondern wurden zum Lieblingskuscheltier von Klein und Groß und auch von Marie-Louise Imiolczyk.

Erste Liebe im Jahr 1972
Bei ihr zog 1972 der erste Teddybär ein, ebenfalls aus dem Hause Steiff. Sofort war es um die Hausfrau, die damals noch in Köln-Rath wohnte, geschehen. Sie verliebte sich in das Kuscheltier und begann, selbst Teddybären zu nähen. Ihren ersten selbstgenähten Bären nannte sie nach einem ihrer vier Söhne: Harald-Willi. So entstand mit den Jahren eine riesige Teddybären-Familie, die im Bärenzimmer des großen Hauses einträchtig mit Familie Imiolczyk zusammenwohnte. Immer wenn Ehemann Herbert auf Montage in die Schweiz fuhr, kam Marie-Louise Imiolczyk nebst Nähmaschine, Stoffresten und Nähanleitung mit und nähte, was der Faden hergab.
Mehr als 200 Teddybären sind so entstanden, alle haben Namen und schauen ihre Schöpferin freundlich aus großen Knopfaugen an. „Das ist Janny, er hat Zöpfchen“, sagt sie beinahe zärtlich, „dieser hier heißt Stoppel, weil er so franselig ausschaut, da Baby-Bär, ganz weich und in Blau und daneben die schicke Alice. Ihr habe ich einen roten Hut gehäkelt.“ Alle Bären tragen Namenschildchen in Herzform. Auf dem der schicken Alice steht: „Alice, geboren am 23.11.2002“. „Ich habe auch Bären-Nähkurse besucht“, erzählt die Hobby-Näherin, die einst Schneiderin werden wollte. „Einmal war ich in der Eifel zum Eisbären-Kurs, das war schön.“ Noch schöner fand sie 2000 die Reise nach Bergisch Gladbach. Dort gewann Marie-Louise Imiolczyk bei einem Bären-Wettbewerb mit ihren filigranen Pagenbären den zweiten Preis in der Kategorie: Künstlerbär. Der Pokal steht neben ihren preisgekrönten Kuscheltieren in der Vitrine und erfüllt sie mit Stolz.

Folgenschwere Entscheidung
Im Frühjahr dieses Jahres nun musste die Familie eine folgenschwere Entscheidung treffen. Das Haus in Köln-Rath wurde ihr zu groß, die Gesundheit spielte nicht mehr mit. Jetzt, nach dem Umzug in die kleine Wohnung im Herzen von Frechen, sind einige ihrer Kuscheltiere in Kartons untergebracht. Die Vitrine mit ihren Lieblingen wie Alice und Harald-Willi füllt einen halben Raum. „Wir haben einfach keinen Platz mehr für die Bären“, sagt Marie-Louise Imiolczyk traurig. „Einige der gekauften Kuscheltiere haben wir Pfarrer Franz Meurer nach Köln-Vingst gebracht, die finden dort sicher ein neues Zuhause in den Armen kleiner Kinder. Aber eigentlich sind meine Bären ja gar kein Spielzeug, dafür sind sie viel zu wertvoll.“ Bei bis zu 80 Euro Materialwert sind die Unikate eher etwas für Bären-Liebhaber und gehören nach Meinung von Marie-Louise Imiolczyk ins Museum. „Wir waren auch schon bei Bürgermeisterin Susanne Stupp, aber sie hat dankend abgewinkt.“
Wohin also mit den liebgewonnenen Bären? „Auf jeden Fall in gute Hände. Und nicht so weit weg, damit ich sie auch mal besuchen kann“, wünscht sie sich. Vielleicht hilft Marie-Louise Imiolczyk ja ein Zitat von Theodor Roosevelt: „Glaube, dass du es schaffst, und du bist schon halb da.“
– Quelle: ksta. 
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