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30.11.2017

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Liegen nur selten auf der Couch 
Diese Familie aus Hürth besitzt zehn Huskys
  
Hürth -
Die Waldwege und Wiesen rund um Hürth erkennt Dirk Wolfgramm schon am Geschmack, sagt er und lacht. Wie geht das? Wolfgramm ist mit seinen Schlittenhunden bei jedem Wind und Wetter unterwegs – und wenn die Hunde im Gespann vor ihm Tempo aufnehmen, bekommt er natürlich viel aufgewirbelten Dreck ab.
Das Ehepaar Susanne und Dirk Wolfgramm und ihr Sohn leben mit zehn Huskys zusammen. Angefangen hat alles vor etwa zehn Jahren, als der Sohn ein Haustier wollte. Zunächst war von einem Meerschweinchen oder einem Kaninchen die Rede. „Da hab ich aber gesagt, ihr spinnt doch“, erinnert sich Dirk Wolfgramm. Er glaubte, die Lust am Tier wäre schnell vergangen und am Ende wäre die Pflege von Käfig und Tier an den Eltern hängengeblieben. Über einen privaten Züchter kamen die Wolfgramms dann an einen Hund, die Husky-Dame Ijuma. Später kam dann ihre Schwester Laycka dazu.

Kurz nachdem sich Dirk Wolfgramm die Hunde anschaffte, kam er fast zufällig zum Schlittenhunderennen. Der Züchter hatte ihn zu einem Rennen eingeladen und ungefragt angemeldet. „Da stand ich dann mit dem Mountainbike und ließ mich von völlig untrainierten Hunden ziehen“, erinnert er sich. Doch dann hätte ihn das Fieber gepackt. Wolfgramm begann, mit den Hunden zu trainieren, da diese ohnehin viel Bewegung brauchen. Er schaffte sich den ersten Trainingswagen auf Rollen an und den dritten Hund, Max aus Ostfriesland. So fuhr er zunächst Dreiergespann. Zu Hause in Hürth trainierte er mit seinem Trainingsgefährt, denn selten liegt in der Ville genug Schnee für einen richtigen Schlitten. Um auf Schnee zu fahren, reist Dirk Wolfgramm regelmäßig nach Schweden.
  
Der erste Wurf Welpen
Der nächste Hund, der zur Familie stieß, war Diego, den seine Frau liebevoll als Familienoberhaupt der Hunde „Don Diego“ nennt. Denn Diego und Ijuma bekamen irgendwann ihren ersten Wurf Welpen. Das war jedoch nicht geplant. „Eigentlich sollte Schluss sein“, erinnert sich Susanne Wolfgramm. Den zehnten und bisher letzten Hund holten die Wolfgramms aus Norwegen, Tala. Dirk Wolfgramm hat großes Interesse daran, einen weiteren Wurf mit Diego zu züchten. Eigentlich war Tala dafür vorgesehen, die körperlichen Voraussetzungen waren jedoch nicht gegeben. Diego kommt aus einer Rennlinie von Huskys.

Das heißt, seine Ahnen sind schon Rennen gelaufen. Das merkt man. Schon die fünf Welpen, die die Wolfgramms haben, sind viel leistungsfähiger als Hunde, die nicht aus einer Rennlinie kommen. Ob es aber tatsächlich noch mehr Hunde werden sollen, ist noch nicht ganz ausgehandelt, sagt Dirk Wolfgramm mit einem Augenzwinkern in Richtung seiner Frau. Die hat nämlich jetzt schon genug Arbeit, das Haus sauber zu halten. „Es ist unermesslich viel Arbeit“, sagt der Ehemann. Man könne sich nicht vorstellen, was für eine Menge an Staub und Dreck entstehe, so seine Frau. Daher freue sie sich auf jeden Tag, an dem es nicht regne.
Jeden Tag müssen die Wolfgramms mit den Tieren Gassi gehen. Pro Runde gehen die beiden nicht mit mehr als zwei Hunden, sonst würden sie die agilen Tiere nicht gehalten bekommen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass jeder von ihnen mehrere Spazierrunden drehen muss. Eine Runde sei mal zwei, mal vier Kilometer lang, sagt Dirk Wolfgramm. Etwa zwei Stunden ist jeder von beiden unterwegs pro Tag. Susanne Wolfgramm arbeitet als Autorin viel zu Hause, dadurch kann sie die Gassi-Runden flexibel einteilen oder auch mal an den Liblarer See fahren. Ihr Mann ist Chemieingenieur für einen Lebensmittelproduzenten und läuft die zwei Stunden nach der Arbeit. Die Wolfgramms füttern ihre Hunde mit Fleisch und Trockenfutter. Eine Tonne Fleisch pro Jahr kommt da schon zusammen, hinzu kommen 400 Kilogramm Trockenfutter.

Zeit für andere Hobbys bleibt den beiden nicht. Auch in den Urlaub zu fahren, ist schwer. Denn die Hunde wegzugeben, käme für sie nicht in Frage. Vor einiger Zeit haben die Wolfgramms sich ein Wochenendhaus in der Eifel gekauft. Dahin können sie die Hunde mitnehmen, auf einer großen Wiese ist genug Platz für die Tiere zum Herumtollen.
In dem Gebiet kann das Herrchen zudem gut mit seinen Huskys trainieren. Oft lässt er sich von acht Hunden ziehen, während er auf dem Quad sitzt. Das Training mache den Tieren viel Spaß, die Huskys hätten einen hohen Bewegungsdrang. Kurz vor dem Rennen seien die Tiere so aufgeregt, dass sie kaum mehr ansprechbar seien.

Mit Herrchen auf der Couch
Die Huskys sind jedoch auch Tiere, die mit ihren Herrchen auf der Couch liegen. „Das sind keine Rennmaschinen“, sagt Susanne Wolfgramm. Viele Husky-Besitzer halten die Tiere draußen. Nicht so die Wolfgramms. Für sie sind die Tiere Familienmitglieder. Die meisten Hunde schlafen drinnen. „Obwohl die Jungs gerne auch draußen liegen. Die Mädels sind eher Sommer-Huskys“, lacht Susanne Wolfgramm. Ihr Liebling ist Abby. Die Hündin ist sogar Protagonistin von zwei Kinderbüchern, die sie verfasst hat.

Rennen um den Otto-Maigler-See
Dirk Wolfgramm nimmt mit acht seiner Huskys am ersten internationalen Dryland Wagenrennen „CMC“ teil. Hier treten etwa 80 Teams in verschiedenen Klassen (ein Hund bis Gespanne mit mehr als acht Hunden) an.
Das Rennen findet am 2. und 3. Dezember am Otto-Maigler-See statt, Start ist jeweils um 10 Uhr. Teilnehmen werden viele bekannte Musher, also Fahrer, unter anderem Iris Mauderer, vielfache deutsche Meisterin sowie Vize-Europa- und Weltmeisterin. Auch ihr Lebensgefährte Wolfgang Petz fährt mit. Er fuhr vor 25 Jahren seine letzte Wagen-Trainingsrunde mit seinen sechs Hunden um den Otto-Maigler-See, bevor er zum WM-Training im Schnee aufbrach und anschließend Weltmeister wurde. Die fünf Kilometer, die das Rennen lang ist, sind für das Training von Dirk Wolfgramm eigentlich zu wenig. Seine Hunde sind es gewohnt, zehn bis 20 Kilometer lange Strecken zurückzulegen. Dennoch war es für ihn selbstverständlich, am Rennen vor der Tür teilzunehmen.
Über einen Platz im Mittelfeld würde er sich freuen, da das Rennen hochkarätig besetzt ist.

– Quelle: ksta. /  Fotos: Privat
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